Holz als Rohstoff für Prozesswärme in der Industrie gefragt | top agrar online

2022-05-14 22:05:23 By : Mr. Lin ZH

Auf einem Webinar des C.A.R.M.E.N. e.V. informierten sich Waldbesitzer und Heizwerkbetreiber, welche der Wärmeverkauf an die Industrie bietet.

Beispiel für einen Dampfkessel, der Wärme aus Holzpellets erzeugt. (Bildquelle: Schmidmeier Naturenergie)

Holz ist nicht nur ein Brennstoff für Häuser oder Heizwerke, die Nahwärmenetze versorgen. Es kann auch Prozesswärme auf hohem Temperaturniveau für die Industrie liefern. Das zeigten mehrere Referate auf dem Webinar „Prozesswärme mit Holzenergie“, das der C.A.R.M.E.N. e.V. am vergangenen Donnerstag online durchgeführt hat. Rund 130 Teilnehmende aus verschiedenen Sparten der Industrie, Heizwerkbetreiber sowie Vertreter der Herstellung und Planung von Anlagen zeigten, wie stark das Interesse an dem Thema ist.

Nach einer kurzen Eröffnung durch Gilbert Krapf von C.A.R.M.E.N. e.V. und Moderator Hinrich Neumann von top agrar betonte Dr. Johann Niggl vom bayerischen Wirtschaftsministerium, dass fast alle Industrieprozesse mit Prozesswärme aus Holz stattfinden könnten, da ein sehr hohes Temperaturniveau erzeugt wird.

Im ersten Fachvortrag beschäftigte sich Matthias Held vom Fachverband Holzenergie im BBE mit dem Thema „aktuelle politische Rahmenbedingungen“. Er stellte unter anderem die geforderten Reduktionen von Treibhausgasen dar. Ebenso ging er auf das Potential der Prozesswärme ein und hat die Bedeutung der Medien bei der Akzeptanz von Holzenergie hervorgehoben. Kurz wurde auf verschiedene Studien vom Holzpotenzial eingegangen und abschließend über die politischen Rahmenbedingungen wie Förderung durch den Bund und das EEG berichtet.

Im Anschluss referierte Thomas Siegmund vom Sustainable Ressources Verification Scheme (SURE) GmbH über die EU-Energierichtline „RED II“. Er erläuterte die komplexen Zusammenhänge der Zertifikationen für Holzbrennstoffe für deren Nachhaltigkeitsanforderungen bei der Richtlinie und deren Umsetzung in die Praxis. Im Vortrag zu „Fördermittel für Prozessenergieanlagen mit Bio- massebrennstoffen“ führte Tim Steindamm vom Seeger Engineering GmbH durch den sehr komplexen Förderdschungel und brachte einige Beispiele aus der Praxis zur Veranschaulichung. Dr. Rainer Schrägle von der Technologica GmbH beleuchtete in seinem Thema „Altholzbrennstoffe unter dem Regime der 44. BImSchV“ den Einsatz der Brennstoffe und was dieser für die Einordnung in die jeweiligen Genehmigungsverfahren zur Folge hat. Praxiserfahrungen aus laufenden Projekten wie Klärschlammtrocknung, Gärtnerei, Paletten thematisierte Stephan Kelbsch von der eta Energieberatung GmbH. Er ging kurz auf die Tücken bei Genehmigungsverfahren ein und stellte innovativeProjekte wie eine Klärschlammtrocknung vor. Ebenso erläuterte er kurz den Einsatz von verschiedenen Brennstoffen.

Der letzte Vortrag „Prozessdampf aus Gebrauchtholz“ kam von Thomas Schmidmeier von Schmidmeier NaturEnergie GmbH. Der Referent stellte die derzeit eingesetzten Technologien kurz vor. Besonderes Augenmerk legte er auf die Qualitätssicherung der Brennstoffe. Auch auf politische und fördertechnische Herausforderungen wurde eingegangen und am Schluss knapp zehn umgesetzte Praxisprojekte kurz dargestellt.

Nach den Vorträgen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit Fragen zu stellen und verschiedene Aspekte zu thematisieren. Insgesamt war die Veranstaltung ein großer Erfolg und wird zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal veranstaltet. Weitere Infos finden Sie unter www.carmen-ev.de

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